Die unsichtbare Gefahr – Sicherheit beim Begehen von Schächten, Kanälen und engen Räumen
Quartalsweise unterwegs – jetzt auch bei den Kanalnachbarschaften
Quartalsweise sind wir bei den DWA-Nachbarschaftstreffen der Kläranlagen mit unserem Vortrag „Technik, die Sicherheit schafft“ bzw. „Sicherheit auf Ihrer Kläranlage“ unterwegs. Neu dabei: „Sicherheit beim Begehen von Schächten, Kanälen und engen Räumen“ – erstmals bei einer Fortbildungsveranstaltung mit dem Schwerpunkt Kanal.
Unser Ziel ist klar: Sensibilisierung – und ein Gesamtkonzept aus Gaswarntechnik, PSA (Atemschutz, Beleuchtung, Sicherheitshelme u. v. m.), Schulung und Service. Alles aus einer Hand.
Wir sind von unseren Produkten überzeugt, nutzen sie selbst im Einsatz und schulen sie auch. Das Besondere an den Nachbarschaftstreffen: der Austausch auf Augenhöhe und Wissensvermittlung aus der Praxis für die Praxis.
Sauerstoffmangel – man sieht ihn nicht, man riecht ihn nicht
Sauerstoffmangel ist tückisch. Man sieht ihn nicht, man riecht ihn nicht und man kann ihn mit den eigenen Sinnen nicht wahrnehmen. Zwei Beispiele aus unserem Alltag zeigen, wie nah die Gefahr ist.
Praxisfall 1: Freimessen eines Druckluftwasserbehälters
Erst vor Kurzem waren wir operativ im Einsatz: Für eine Fachfirma für Sprinkler- und Löschanlagen haben wir einen Druckluftwasserbehälter freigemessen – vor dem Befahren zur inneren Prüfung durch den TÜV als zugelassene Überwachungsstelle.
Das Ergebnis: Sauerstoffmangel!
Der Monteur vor Ort war fassungslos. Er bestätigte, dass man früher ohne Mehrgasmessgerät in den Behälter eingestiegen wäre – und nach den Arbeiten vielleicht nur über etwas Schwindel und körperliche Beschwerden geklagt hätte. Wenn überhaupt.
Praxisfall 2: Das Gasmessgerät am Seil
Ein anderer Fall: Betriebspersonal einer Kläranlage lässt das Gasmessgerät zum Freimessen an einem Seil in den Schacht hinab …
Dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen. Nur so viel: Die Anzeige ist dabei nicht ablesbar, Gase schichten sich je nach Dichte unterschiedlich – und ob überhaupt in allen relevanten Höhen gemessen wurde, weiß niemand. Richtig ist das Freimessen von oben mit Pumpe und Sonde bzw. Schlauch, schrittweise in verschiedenen Höhen und unter Beachtung der Ansprechzeit. Und während der Arbeiten misst das Gerät am Mann kontinuierlich weiter. Ein Einstieg erfolgt nur, wenn alle Messwerte im zulässigen Bereich liegen.
Genau hier setzen wir an
Wir bringen unsere Versuche mit und zeigen bei Fortbildungen, Schulungen, Infoveranstaltungen und Messen, worauf es ankommt. Oder wir testen gemeinsam mit Ihnen als Betreiber, ob Ihr theoretisches Sicherheitskonzept auch in der praktischen Umsetzung funktioniert – wie kürzlich bei unserer jährlichen Rettungsübung auf einer Kläranlage.
Freimessen als Dienstleistung – auch außerhalb der Kläranlage
Der Fall mit dem Druckluftwasserbehälter zeigt: Enge Räume gibt es nicht nur in der Abwasserwirtschaft. Wir messen auch für Fachfirmen, Industrie- und Gewerbebetriebe frei – etwa vor Prüfungen durch zugelassene Überwachungsstellen, vor Instandsetzungen in Behältern, Gruben und Schächten oder bei Arbeiten in Silos. Kurzfristig, dokumentiert und mit geprüften Mehrgasmessgeräten.
Sie möchten lieber selbst messen? Viele Geräte bieten wir auch zum Leihen an – unser RENTAL.
Unser Vortrag beim Nachbarschaftstreffen
Wir freuen uns jedes Mal, wenn wir eingeladen werden und rund eine Stunde über unser Konzept referieren dürfen. Das erwartet Sie:
Darf Betriebspersonal retten?
Diese Frage sorgt jedes Mal für ordentlich Diskussionsbedarf. Auch wenn es bis dahin meist eher ruhig im Saal ist – dafür haben wir unseren Explosionsversuch dabei. Spätestens dann ist jeder wach.
Unsere Antwort: „Kommt drauf an …“ – aber Erstmaßnahmen müssen immer möglich sein. Denn bei Gasunfällen reicht die Hilfsfrist der Feuerwehr oft nicht aus. Damit das im Ernstfall gelingt, empfehlen wir:
- mindestens zwei Rettungsübungen pro Jahr
- die örtliche Feuerwehr regelmäßig einbinden
- geeigneten Atemschutz für Erstmaßnahmen bereithalten
Fluchtretter zum Anfassen
Ein weiterer Praxispunkt: die Vorführung unseres Trainingsgeräts, des Sauerstoffselbstretters Interspiro Ocenco M-20.2. Anlegen, ausprobieren, Fragen stellen – im Ernstfall muss jeder Handgriff sitzen.
Ergebnisse unserer Hessentour
Wir berichten aus unseren kostenlosen Vor-Ort-Analysen bei Ver- und Entsorgungsbetrieben. Schon der Zutritt zur Anlage gibt oft einen ersten Einblick in die gelebte Arbeitssicherheit. Was wir immer wieder sehen:
- Systeme sind vorhanden – aber es fehlt ein „Administrator“, der sich kümmert
- Personal- und Fachkräftemangel bei hohem Arbeitsaufkommen
- Lange Servicezeiten und aufwendige Prozesse bei Instandsetzungen und Prüfungen
- Umstrittene Schulungsinhalte und -zeiten
- Einsatz von 4- oder 5-Gasmessgeräten?
- Oft fehlt die Transparenz, ein Angebotsvergleich ist schwierig
- Es fehlt der direkte Support
Der Schulungsbedarf und die benötigten Betriebsmittel sind dabei von Anlage zu Anlage erstaunlich ähnlich. Ihr Vorteil? Wir vernetzen unsere Kunden untereinander und mit weiteren Dienstleistern, sorgen für Lösungen – und tragen diese weiter.
Das Regelwerk der DGUV
Kurz und praxisnah: Was fordern Gesetzgeber und Unfallversicherungsträger – und was heißt das konkret für Ihren Betrieb? Ein Auszug:
- Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG)
- DGUV Regel 103-003 – Arbeiten in umschlossenen Räumen von abwassertechnischen Anlagen
- DGUV Regel 103-602 – Branche Abwasserentsorgung (mit Übersicht aller relevanten Regelwerke)
- DGUV Regel 113-004 – Arbeiten in Behältern, Silos und engen Räumen
- DGUV Regel 112-190 – Benutzung von Atemschutzgeräten
- DGUV Regel 112-198 – Benutzung von PSA gegen Absturz
- DGUV Information 213-056 und 213-057 – Gaswarngeräte (T021/T023)
- TRBS, TRGS 900 sowie die Vorgaben der Unfallkasse Hessen
Gefordert sind unter anderem Gefährdungsbeurteilungen, Betriebsanweisungen, regelmäßige Unterweisungen, Funktionsprüfungen und Kalibrierungen, dokumentierte Befähigungen sowie geeignete PSA. Klingt viel? Ist es auch. Genau deshalb unterstützen wir Sie.
PSA Atemschutz – vom Fluchtretter bis zum vollwertigen Atemschutzgerät
Ein Atemschutzgerät schützt vor dem Einatmen von Schadstoffen – oder vor Sauerstoffmangel. Grundsätzlich unterscheidet man Filtergeräte und Isoliergeräte. Bei Sauerstoffmangel hilft nur ein Isoliergerät.
- Interspiro Ocenco M-20.2 – Sauerstoffselbstretter, kompakt, funktioniert ab dem ersten Atemzug, 10 Jahre wartungsfrei
- Interspiro Spiroscape – Fluchtgerät mit Druckluftflasche und Haube: Tasche öffnen, Haube überziehen, atmen. Ideal in Stresssituationen
- Interspiro Spiromatic 90U – vollwertiges Atemschutzgerät, z. B. für Erstmaßnahmen zur Rettung
Wichtig: Fluchtgeräte eignen sich ausschließlich zur Flucht – nicht zur Rettung anderer Personen. Und vor der Benutzung fordern die Unfallversicherungsträger eine Unterweisung nach DGUV Regel 112-190, jährlich in Theorie und Praxis.
Rettung eines Verunfallten aus dem Kanal
Gemeinsam schauen wir uns an, wie die Rettung eines Verunfallten aus Schacht und Kanal abläuft – und wo in der Praxis die Grenzen von Mannschaft und Gerät liegen.
Die richtigen Produkte für Ihre Anlage
Zum Schluss zeigen wir die für Sie passenden Produktergänzungen auf – u. a. Atemschutz, Beleuchtung und Mehrgasmessgeräte. Ohne Verkaufsdruck, dafür mit ehrlicher Einschätzung.
Wissenswert: BW Micro 5 und BW Ultra abgekündigt
Honeywell hat das Mehrgasmessgerät BW Micro 5 – seit 2007 auf dem Markt und auf vielen Kläranlagen im Einsatz – abgekündigt. Wichtige Bauteile sind nicht mehr verfügbar, eine Ersatzteilversorgung gibt es nicht mehr. Auch für das BW Ultra sind voraussichtlich nur noch bis 2028 Ersatzteile verfügbar. Doch auch hier haben wir vorgesorgt, damit wir Ihre Geräte so lange wie möglich erhalten können.
Wer diese Geräte nutzt, sollte dennoch jetzt planen.
Wir beraten Sie herstellerunabhängig zu Nachfolgelösungen, z. B. Honeywell BW Flex 5 oder unserem Komplettset WatchGas POLI mit Pumpe und Schwimmersonde – einsatzbereit geliefert, ohne versteckte Mehrkosten. Gerne auch mit der Option zum Rückkauf, sobald die aktuelle CO₂-Problematik bei dem einen oder anderen Hersteller gelöst ist.
Für wen ist das interessant?
Unser Vortrag und unser Konzept richten sich an alle, die Verantwortung für Arbeiten in Schächten, Kanälen und engen Räumen tragen:
- Kläranlagen, Abwasserverbände und Kanalbetriebe
- Wasserversorger, Stadtwerke und kommunale Bauhöfe
- DWA-Nachbarschaften, Lehrer und Obleute, die Referenten für Fortbildungen suchen
- Fachkräfte für Arbeitssicherheit, Betriebsleiter und Sicherheitsbeauftragte
- Industrie- und Gewerbebetriebe mit Behältern, Gruben oder Silos
- Fachfirmen, z. B. aus Sprinkler-, Behälter- oder Anlagenbau, die freimessen lassen müssen
- Feuerwehren, die abwassertechnische Anlagen und deren Gefahren kennenlernen wollen
Alles aus einer Hand – bundesweit
Unser vollumfängliches Schulungskonzept deckt die jährliche Sicherheitsunterweisung zum größten Teil ab. Gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern FABBS Gasmesstechnik GmbH und Eco Analytics GmbH bieten wir außerdem den passenden Service – und das bundesweit.
Unsere meistgefragten Schulungen:
- Fachkunde Freimessen nach DGUV Regel 113-004 und DGUV Grundsatz 313-002 (ab 425 € pro Teilnehmer, Gruppenpreis auf Anfrage)
- Unterwiesene Person für tragbare Ein- und Mehrgasmessgeräte (T021/T023)
- Fluchtretter (Sauerstoffselbstretter und isolierend 200/300 bar)
- Atemschutzgeräte nach DGUV Regel 112-190
- PSA gegen Absturz sowie Retten aus Höhen und Tiefen
Das Material stellen wir vollständig bereit und erinnern Sie rechtzeitig an fällige Termine – bei Ihnen vor Ort oder in unseren Schulungsräumen. Ausgewählte Produkte wie EX-Beleuchtung oder Fluchtretter können Sie vorab kostenlos testen.
Ihr Vorteil: Alles aus einer Hand. Von Praktikern für Praktiker. Persönliche Betreuung vor Ort.
Unser Fazit
„Technik, die Sicherheit schafft“ allein reicht nicht. Entscheidend sind ebenso Ausbildung und Erfahrung, regelmäßige Weiterbildung, praktische Schulungen, die richtige Produktauswahl, geprüfte Betriebsmittel sowie Interesse und körperliche wie geistige Fitness. Erst das Zusammenspiel all dieser Faktoren schützt wirklich.
Nächster Termin: Am 22. Oktober 2026 sind wir bei der Kanalnachbarschaft Hessen 3+4 im Technologie- und Tagungszentrum Marburg. Wir freuen uns auf Sie! Weitere Termine finden Sie hier.
Interessant? Dann buchen Sie uns!
Sie organisieren ein Nachbarschaftstreffen, eine Fortbildung oder eine interne Schulung und möchten uns als Referenten dabeihaben? Oder Sie wollen erst einmal wissen, wo Ihre Anlage steht? Dann nutzen Sie unsere kostenlose und unverbindliche Vor-Ort-Analyse – inklusive Überprüfung Ihrer aktuellen Sicherheitsorganisation. Sprechen Sie uns an.
Gerne senden wir Ihnen auch unsere erste Produkt- und Schulungsbroschüre speziell für Kläranlagen zu – in Papierform oder digital.
TDS Technische Dienstleistungen – Sascha Uffelmann
Tel. +49 160 946 580 79 · info@technischedienstleistungen.com · Anfrage-Formular
Technik, die Sicherheit schafft. Gaswarntechnik | PSA | Schulung | Service
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