TDS Technische Dienstleistungen, Sascha Uffelmann

Technik, die Sicherheit schafft

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Sind wir denn alle noch ganz dicht? 

EU-Methanverordnung 2024/1787 – Anforderungen, Praxis und technische Umsetzung 

In der vergangenen Woche haben wir in den sozialen Medien über den Besuch von  Martin Kühne (Honeywell) berichtet. Der fachliche Austausch mit ihm und meinem neuen Mitarbeiter war für mich besonders wertvoll. Themen wie Gasversorgung, Gaswarntechnik, Emissionsminderung und regulatorische Anforderungen begleiten mich seit vielen Jahren. 


Als ehemaliger Mitarbeiter zweier Energieversorger sowie durch meinen beruflichen Werdegang - vom Elektroniker für Betriebstechnik zum Netzmonteur Gas und vom  Elektrotechniker zur verantwortlichen Fachkraft Erdgas - beschäftige ich mich intensiv mit der sicheren und regelkonformen Gasversorgung. Der Austausch unter Fachleuten ist dabei ein wesentlicher Bestandteil, insbesondere vor dem Hintergrund neuer europäischer Vorgaben. 

Hintergrund: Verordnung (EU) 2024/1787

Mit der Verordnung (EU) 2024/1787 des Europäischen Parlaments und des Rates verfolgt die Europäische Union das Ziel, Methanemissionen entlang der Energie-Wertschöpfungskette systematisch zu reduzieren.

Kerninhalte der Verordnung sind unter anderem:

  • Methanemissionen sind durch geeignete technische und organisatorische Maßnahmen zu minimieren
  • Regelmäßige Dichtheitsprüfungen an Anlagen sind verpflichtend
  • Besonderes Augenmerk gilt Anlagenteilen und Komponenten, aus denen Methan gezielt oder unbeabsichtigt "abgeblasen" wir
  • Einführung und Anwendung von LDAR-Programmen (Leak Detection and Repair)

LDAR-Untersuchungen – Schwerpunkt Typ 2

LDAR steht für Leak Detection and Repair und beschreibt ein strukturiertes Verfahren zur Erkennung, Bewertung und Beseitigung von Leckagen.

Im Rahmen der neuen EU-Methanverordnung spielt insbesondere LDAR Typ 2 eine entscheidende Rolle. Dieser betrifft unter anderem:

  • Gas-Druckregel- und Messanlagen
  • LNG-Anlagen
  • Untertagespeicher
  • Verdichterstationen
  • Alle mit einem Betriebsdruck von über 1 bar


Anforderung:
Für diese Anlagen dürfen keine Leckagen > 500 ppm oder > 1 g/h Methan auftreten.

Eine besondere Herausforderung stellt dabei dar, dass die Verordnung keine konkreten technischen Vorgaben zur Umsetzung macht. Betreiber müssen somit geeignete Lösungen identifizieren, die sowohl technisch wirksam als auch  wirtschaftlich und betrieblich sinnvoll sind.

Technische Umsetzung – Beispiel Honeywell Versatilis Signal Scout

Eine mögliche Lösung zur kontinuierlichen Emissionsüberwachung stellt der Honeywell Versatilis Signal Scout dar. Dieses Sensorsystem wird bereits von größeren Gasversorgern im Feld getestet und kann auch für kleinere oder kommunale Versorger eine praktikable Option sein.

Technische Merkmale:

  • Batteriebetriebener Methansensor
  • Detektion bereits ab 50 ppm
  • Einsatz in  ATEX Zone 0 möglich
  • Einfache, schnelle Installation (Plug-and-Play) z.B. mittels Magnet
  • Kommunikation über LoRaWAN
  • Kontinuierliche 24/7-Überwachung
  • Werkseitig kalibriert
  • Kompensation von Umwelteinflüssen (z. B. Temperatur, Feuchte, Verschmutzung)
  • Integrierte Selbsttestfunktionen
  • Batteriewechselintervall ca. 18 Monate


Wichtiger Hinweis:

Der Versatilis Signal Scout ist keine ortsfeste oder tragbare Gaswarneinrichtung im Sinne der
DGUV Information 213-056 und 213-057, sondern ein Sensor zur Emissionsüberwachung im Kontext der EU-Methanemissionsverordnung.

Fazit 

Die EU-Methanverordnung 2024/1787 stellt Netzbetreiber und Anlagenverantwortliche vor neue fachliche und organisatorische Anforderungen. LDAR-Konzepte und geeignete Sensortechnik werden künftig eine zentrale Rolle spielen, um die gesetzlichen Vorgaben zuverlässig zu erfüllen. 

Wir unterstützen Sie bei: 

  • der Einordnung der regulatorischen Anforderungen
  • der Auswahl geeigneter technischer Lösungen
  • Gaswarntechnik, PSA, Schulung und Service
  • der praxisnahen Umsetzung der EU-Methanverordnung


Warten Sie nicht ab.
Sprechen Sie uns an – wir begleiten Sie fachlich fundiert und praxisorientiert bei der Umsetzung. 



Hinweise
 

  • Alle Angaben in diesem Beitrag erfolgen ohne Gewähr
  • Zur besseren Verständlichkeit werden an einigen Stellen vereinfachte Begriffe und Formulierungen verwendet. 
  • Bei Unklarheiten, Detailfragen oder konkreten technischen Anforderungen sprechen Sie uns bitte direkt an.
  • Abbildungen/Fotos in diesem Beitrag wurden eigenständig aufgenommen.